Virtual WiFi: Neues vom “Netzwerken” mit Windows 7
Gestern Abend konnten wir in München (wobei wir uns zunächst erst einmal durch die Scharen der Wiesn-Besucher quälen mussten
) an einem Technical Workshop rund um die Themen Windows 7 und Windows Server 2008 R2 teilnehmen. Neben der sehr “urigen” Location, ein tiefer Keller (mit dem Ambiente einer ehemaligen Backstube) einer Bar fast direkt hinter dem Rathaus, gab es auch eine ganze Reihe interessanter Informationen zu den Neuerungen in diesen beiden Betriebssystemem. Dazu hatten die Referenten einen eindrucksvollen “Maschinenpark” von Notebook- und Netbook-Systemen aufgefahren.
Zu den vielen interessanten Neuerungen, von denen Thomas und ich sicher im Lauf der nächsten Zeit an dieser Stelle noch einige vorstellen und erläutern werden, gehörte für mich ohne Zweifel das so genannte Virtual WiFi, wie es von Technologieberater Daniel Melanchthon gezeigt wurde.
Dabei handelt es sich um eine Technik aus den Microsoft Research Labs, die dort wohl schon eine ganze Weile in der Entwicklung ist, denn es existieren Einträge zu diesem Thema von 2006 und früher…
Grundsätzlich ist auch dieses neue Feature eine Virtualisierung, wie jede andere auch: Ein vorhandene Hardware wird transparent zur Verfügung gestellt und geteilt. In diesem Fall steht dem Anwender dann in seinem Netzwerk- und Freigabecenter unter den Netzwerkverbindungen ein weiterer virtueller Netzwerkadapter zur Verfügung.

Architektur von Virtual WiFi, wie sie auf der WinHEC 2008 gezeigt wurde
Diese Folie aus einer Präsentation auf der WinHEC im letzten Jahr zeigt den grundsätzlichen Aufbau von Virtual WiFi und verdeutlich auch, wo noch entsprechende Ergänzungen von den Herstellern erfolgen sollen/müssen.
Mit Hilfe dieser Software besitzt der PC dann einen zweiten WLAN-Adapter, sodass er im Zweifelsfall auch als Router- und/oder Access-Point für andere Systeme dienen kann. Weiterhin sollte es so möglich sein, sich gleichzeitig an mehreren WLANs anzumelden — zum Beispiel mit unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten und Einstellungen…
Wer sich nun fragt, wo denn diese Einstellung zu finden sein, der wird sich leider ebenso wie wir (heave a sigh here) noch etwas gedulden müssen: Während dieser virtuelle Adapter auf dem Notebook des Referenten eindeutig zu sehen (habe schon um einen Screenshot nachgefragt und werde ihn dann entsprechend posten!!!) war, ist er auf meinem neuen Asus-Notebook unter Windows 7 leider nicht zu finden.
Das liegt laut den Aussagen von Microsoft daran, dass die Hersteller/Anbieter von WLAN-Adaptern ihre Treiber neu übersetzen oder gar ganz neu schreiben müssen, damit das funktioniert. Zwar meinte Daniel Melanchthon, dass es im Moment nur die Intel-Chipsätze sein, die dieses Feature noch nicht unterstützen würden, aber der bei mir verbaute Atheros-Chipsatz 9285 scheint dies ebenfalls nicht zu unterstützen, schade.
Ein Bonmot aus den Dialogen zwischen den beiden Referenten Daniel Melanchthon und Michael Korp muss in diesem Zusammenhang unbedingt noch erwähnt werden: Da es für diesen virtuellen Netzwerkadapter (noch?) keine GUI gibt, wurde auf die bekannte “netsh” zurückgegrifffen, was zu der Feststellung führte:
Die Kommandozeile ist hier die GUI!
damit kann sich Michael Korp der Sympathie aller Nicht-”Maus-Schubser” (seine eigene Bezeichnung) ganz sicher sein
.
Bis zum nächsten Mal
Micha (Kommandozeilen-Junkie, noch aus Unix-Tagen
)
Mit der Atheros-Karte sollte das funktionieren. Ich habe das mit einem Samsung NC10 und Windows 7 RTM getestet. Eine Anleitung habe ich, wie versprochen, auf dem Windows 7 Blog veröffentlicht:
http://blogs.technet.com/sieben/archive/2009/09/24/virtual-wifi-macht-windows-7-zum-access-point.aspx