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Archiv für die Kategorie ‘Netzwerke unter Windows’

Ein etwas anderer Weg ins Netz

Mit der Fertigstellung von Windows 7 steht dann auch der so genannte XP-Modus zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Anwender nach Microftsofts Vorstellung auch die Programme unter dem neuen Client-Betriebssystem einsetzen können sollen, die noch nicht oder nie unter Windows 7 funktionieren.

Dieser XP-Modus ist allerdings nicht  für alle Systeme gedacht: Nur die “großen” Pakete von Windows 7 mit den Bezeichnungen Ultimate, Professional und Enterprise unterstützen ihn. Zudem muss die verwendete CPU die Fähigkeit besitzen, Virtualisierungstechniken in Hardware zu unterstützen. Näheres zu diesen Einschränkungen und dem Einsatz der Lösung habe ich bereits in einem Artikel auf Virtualisierungs-Guide.de geschildert.

Mit der aktuellen Version von Virtual PC bietet Microsoft aber endlich auch die Möglichkeit, die USB-Anschlüsse des Host-Systems zum Gastsystem “durchzuschleifen” — so kann eine Anwendung diese Geräte nun nutzen, als seien sie direkt mit dem virtuellen Rechner verbunden. Durch die so genannten Integrationsfeatures stehen solche Geräte dann zunächst mal automatisch beiden Systemen, also sowohl dem Host- als auch dem Gastrechner zur Verfügung.

XP-Mode unter Windows 7: Zugriff aus USB-Geräte

XP-Modus: Direkter Zugriff auf USB-Medien für beide Systeme

So kam bei uns der Gedanke aus, ob es auf diese Art nicht möglich ist, einer Internet-Verbindung direkt in der virtuellen Maschine mittels eines Surf-Sticks aufzubauen, der die Verbindung zum UMTS-Netz herstellt.

Schließlich sind noch nicht alle Provider, die derartige Angebote besitzen, soweit, dass sie auch Treiber für Windows 7 zur Verfügung stellen können oder wollen. Getestet haben wir es allerdings mit einem Surf-Stick des Providers Fonic mit einer Tagesflatrate, der dieses Problem nicht hat: Er funktioniert dank mitgelieferter Vista-X64-Treiber ganz prächtig auf meinem Notebook unter Windows 7 Ultimate in der X64-Ausprägung.

Aber hier ging es ja ums Prinzip und es klappte in der Tat: Nach dem wir zunächst per Hand die Software vom Stick innerhalb der virtuellen Maschine installiert hatten (der Autostart wollte immer auf dem Host-System installieren) und dann den USB-Port exklusiv dem virtuellen System zugeordnet hatten, war es kein Problem mehr: Das virtualisierte System erkannte das 3G-Modem und es war möglich auf diese Weise einen Internet-Zugriff zu realisieren.

XP-Mode: So klappt es auch aus der virtuellen Maschine

Die Verbindung steht: Via 3G-Modem direkt aus der virtuellen Maschine!

Leider nur mit EDGE-Geschwindigkeit, denn entgegen der Behauptung vieler Provider ist UMTS definitiv KEINE Alternative für die “DSL-lose” Landbevölkerung. Ich habe sowohl im Süden (zwischen München und Ingolstadt) als auch im Norden von Deutschland (zwischen Hannover und Bremerhaven) UMTS nur und ausschließlich um direkten Umfeld größerer Städte bekommen — schade eigentlich, denn ansonsten ist es eine gute Lösung, um fast immer Online gehen zu können.

Bis zum nächsten Mal
Micha

… und es geht natürlich doch…

28. September 2009 Hinterlasse einen Kommentar

Da lobe ich schon so heftig die Kommandozeile — und dann nutze ich sie selbst nicht richtig ;-) . Eine kurze E-Mail-Konversation mit Daniel Melanchthon von Microsoft und ein genauerer Blick auf seinen Blog mit einer genauen Anleitung und schon funktionierte es auch mit meiner Hardware:

Windows 7 als Accesspoint

So sieht es aus, wenn Windows 7 mit einer zweiten virtuellen WLAN-Karte arbeitet

Der “Knackpunkt” lag bei dieser Technik vor allen Dingen darin, dass ich die virtuelle Netzwerkkarte zunächst einmal über die Kommandozeilenbefehle für das WLAN in der Form:

netsh wlan set hostednetwork

(genauere Syntax per netsh wlan help oder auf der oben genannten Seite)   konfigurieren musste, damit dann auch ein zusätzlicher Adapter im Netzwerk- und Freigabecenter angezeigt wurde.

Dann klappte es sogar im Zusammenarbeit mit unserem “alten” Notebook, der noch unter Windows XP sein Dasein fristet, wie dieses Bild sehr schön zeigt:

Access-Point von XP aus

Der Access-Point sieht für XP wie jeder andere aus...

Mit einem XP-Rechner klappt dann es dann natürlich nicht, ein Windows “Homenetz” aufzusetzen und so muss man dann beim “richtigen” Adapter des Window-7-Systems nicht nur die gemeinsame Nutzen freigeben, sondern bei den Eigenschaften auch festlegen, für welche Ports die Verbindung freigeschaltet wird. Aber dann klappte es hervorragend, der Windows-XP-Notebook nutzte den Windows-7-Rechner wie einen normalen WLAN-Accesspoint. Zudem konnte ich auf dem Windows-7-Rechner, problemlos weiterarbeiten, die Zugriffe des XP-Systems waren auch bei heftigem Surfen ;-) nicht zu bemerken.  Wir haben als Zugriffspunkt für dieses System ein WLAN-N-Router der Firma D-Link eingesetzt. Alles in allem eine schöne Lösung.

Danke noch mal an den Microsoft Evangelisten Daniel Melanchthon für seine freundliche und schnelle Unterstützung.

Es grüßt (fast völlig drahtlos ;-) )

Micha

Virtual WiFi: Neues vom “Netzwerken” mit Windows 7

23. September 2009 1 Kommentar

Gestern Abend konnten wir in München (wobei wir uns zunächst erst einmal  durch die Scharen der Wiesn-Besucher quälen mussten ;-) ) an einem Technical Workshop rund um die Themen Windows 7 und Windows Server 2008 R2 teilnehmen. Neben der sehr “urigen” Location, ein tiefer Keller (mit dem Ambiente einer ehemaligen Backstube) einer Bar fast direkt hinter dem Rathaus, gab es auch eine ganze Reihe interessanter Informationen zu den Neuerungen in diesen beiden Betriebssystemem. Dazu hatten die Referenten einen eindrucksvollen “Maschinenpark” von Notebook- und Netbook-Systemen aufgefahren.

Zu den vielen interessanten Neuerungen, von denen Thomas und ich sicher im Lauf der nächsten Zeit an dieser Stelle noch einige vorstellen und erläutern werden, gehörte für mich ohne Zweifel das so genannte Virtual WiFi, wie es von Technologieberater Daniel Melanchthon gezeigt wurde.

Dabei handelt es sich um eine Technik aus den Microsoft Research Labs,  die dort wohl schon eine ganze Weile in der Entwicklung ist, denn es existieren Einträge zu diesem Thema von 2006 und früher…

Grundsätzlich ist auch dieses neue Feature eine Virtualisierung, wie jede andere auch: Ein vorhandene Hardware wird transparent zur Verfügung gestellt und geteilt. In diesem Fall steht dem Anwender dann in seinem Netzwerk- und Freigabecenter unter den Netzwerkverbindungen ein weiterer virtueller Netzwerkadapter zur Verfügung.

Folie WInHEC

Architektur von Virtual WiFi, wie sie auf der WinHEC 2008 gezeigt wurde

Diese Folie aus einer Präsentation auf der WinHEC im letzten Jahr zeigt den grundsätzlichen Aufbau von Virtual WiFi und verdeutlich auch, wo noch entsprechende Ergänzungen von den Herstellern erfolgen sollen/müssen.

Mit Hilfe dieser Software besitzt der PC dann einen zweiten WLAN-Adapter, sodass er im Zweifelsfall auch als Router- und/oder Access-Point für andere Systeme dienen kann. Weiterhin sollte es so möglich sein, sich gleichzeitig an mehreren WLANs anzumelden — zum Beispiel mit unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten und Einstellungen…

Wer sich nun fragt, wo denn diese Einstellung zu finden sein, der wird sich leider ebenso wie wir (heave a sigh here) noch etwas gedulden müssen: Während dieser virtuelle Adapter auf dem Notebook des Referenten eindeutig zu sehen (habe schon um einen Screenshot nachgefragt und werde ihn dann entsprechend posten!!!) war, ist er auf meinem neuen Asus-Notebook unter Windows 7 leider nicht zu finden.

Das liegt laut den Aussagen von Microsoft daran, dass die Hersteller/Anbieter von WLAN-Adaptern ihre Treiber neu übersetzen oder gar ganz neu schreiben müssen, damit das funktioniert. Zwar meinte Daniel Melanchthon, dass es im Moment nur die Intel-Chipsätze sein, die dieses Feature noch nicht unterstützen würden, aber der bei mir verbaute Atheros-Chipsatz 9285 scheint dies ebenfalls nicht zu unterstützen, schade.

Ein Bonmot aus den Dialogen zwischen den beiden Referenten Daniel Melanchthon und Michael Korp muss in diesem Zusammenhang unbedingt noch erwähnt werden: Da es für diesen virtuellen Netzwerkadapter (noch?) keine GUI gibt, wurde auf die bekannte “netsh” zurückgegrifffen, was zu der Feststellung führte:

Die Kommandozeile ist hier die GUI!

damit kann sich Michael Korp der Sympathie aller Nicht-”Maus-Schubser” (seine eigene Bezeichnung) ganz sicher sein ;-) .

Bis zum nächsten Mal

Micha (Kommandozeilen-Junkie, noch aus Unix-Tagen :-) )

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