Sperrt sich die IT gegen Neuerungen?
Wenn es darum geht in die Arbeitsabläufe von Benutzern oder ganzen Abteilungen einzugreifen, so ist die EDV schnell bei der Sache. Selten wird ein echtes Verständnis dafür aufgebracht, warum sich Anwender mit Veränderungen so schwer tun – ist doch ganz einfach (und zur Not hilft ein beherzter Druck auf die F1 Taste).
Doch – was ist mit der EDV selbst?
Droht hier jemand mit der Modifikation beim Altbekannten, so ist die Aufruhe schnell unüberhörbar. Da wird ganz zügig mit einem Szenario des Untergangs gedroht und während die Prozessoptimierung überall voranschreitet arbeiten viele EDV-Abteilungen immer noch wie vor 20 Jahren.
Warum sich ausgerechnet IT-Mitarbeiter bei der Modifikation der eigenen Prozesse mitunter sperren ist meiner Meinung nicht einfach zu beantworten. Die Sicherheit im Umgang mit bekannten Verfahren spielt hier sicherlich eine besondere Rolle: „Never change a running system“ – eine der ältesten Weisheiten der EDV überhaupt, ist hier nicht gedankenlos dahingesagt.
Dahinter stecken die bekannten fünf Neunen (99,999%). Änderungen am System erhöhen das Risiko des Ausfalls! Eine hohe Verfügbarkeit der Systeme ist aber eine fast schon fundamentalistische Zielsetzung der IT.
Verfügbarkeit ist schließlich messbar!
Doch was nützt die hohe Verfügbarkeit eines nur bedingt effizienten Systems?
Eine weitere mögliche Erklärung für den verhaltenen Enthusiasmus bei der Änderung der IT-Abläufe ist die sicherlich hohe Schnelllebigkeit von Entwicklungen gepaart mit der Sorge nicht schnell genug in der neuen Umgebung sich als „Experte“ zurecht zu finden.
Oder platt formuliert: Lieber schön brav dem Installationsbalken der Software bei ihrer gemächlichen Wanderung von links nach rechts auf dem Monitor zuschauen, denn sich mit der Logik von Skripten oder den Möglichkeiten der Softwareverteilung vertraut machen….
Wer was dazu gesagt hat